Cairns - Einmal hin und zurück

Montag, 17.03.2014

Die letzte Woche unseres Abenteuers ist angebrochen und wir begegnen dem Ganzen mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite hatten wir hier eine tolle Zeit und sind traurig, dass wir das Meer, die leichte Lebensweise, die vielen exotischen Tiere und ja einfach unser Abenteuer beenden werden. Auf der anderen Seite freuen wir uns schon sehr auf euch und den Luxus eines richtigen Bettes, Schokolade, Käse, andere Köstlichkeiten und einfach ein gemütliches Zuhause zu haben.

   

Doch noch ist es zu früh, um sentimental zu werden. Wir berichten euch stattdessen lieber von den vergangenen Tagen. Ein Kapitel unserer Geschichte ist Cairns, unser nördlichster Punkt auf unserer Route  entlang der Ostküste von Australien. Cairns schmückt sich damit eine Touristenstadt zu sein und hat quasi alles zu bieten, was das Backpacker Herz begehrt. Im Stadtzentrum befindet sich eine künstlich angelegte, türkis schimmernede Schwimmoase, die man umsonst nutzen kann. Dort werden jeden Tag außerdem kostenlose Sportprogramme angeboten.  Leider wollte das Wetter dem Ruf des Sonnenstaates nicht gerecht werden und so schlugen wir uns Tage mit Regen und Wind herum. Doch davon wollten wir uns nicht die Stimmung vermiesen lassen und unternahmen jeden Tag etwas anderes, um uns die Zeit zu vertreiben. Die wohl spektakulärsten Aktivitäten waren unser Sprung aus einem Flugzeug aus 14.000 ft mit 60sec freiem Fall.

                                       

Am Anfang denkt man sich, dass wird ein riesen Spaß, dann im Flugzeug denkt man sich, was mach ich hier und dann als die Tür des Flugzeuges sich in der Luft öffnet, würde man am liebsten die Augen schließen und aus einem Traum aufwachen, doch dann der Moment des Falles, man fühlt sich so leicht und alles um einen herum ist so winzig, die Welt von oben sehen und zu denken, dass man fliegen kann, einfach ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Wir würden sofort nochmal springen! Ein weiteres Highlight war das Schnorcheln im Great Barrier Reef, auch wenn das Wetter nicht super war, konnte man dennoch das Riff in seiner vollen Schönheit begutachten und dann macht das Schnorcheln doppelt Spaß.

         

                                       

Nach einer Woche Aufenthalt in Cairns und Umgebung, war es Zeit für den Rückweg nach Brisbane. Wir sind quasi sturr und ohne große Pausen durchgefahren. Allerdings ließen wir es uns gestern nicht nehmen, erneut den Rainbow Beach aufzusuchen und dort ein Wellenbad zu nehmen. Gegen Abend wanderten wir dann erneut auf die höhste Düne der Welt und fuhren mit unserem Board die Düne herunter. Das ist quasi wie Schlittenfahren, nur im Sand und da die Düne so steil ist, ging es sehr schnell bergab. Ein riesen Spaß für groß und klein.  Heute erreichten wir Brisbane und schlagen uns nun mit dem Thema „Autoverkauf“ herum. Drückt uns die Däumchen, dass wir das alles ohne große Hürden über die Bühne bringen werden.

     

                  

                                 

Momente für die Ewigkeit

Montag, 03.03.2014

Eine weitere Woche ist ins Land verstrichen und uns bleiben nur noch 20 Tage zur Erkundung von Australien, bevor wir in den Flieger Richtung Heimat  steigen.  Die Zeit rast und wir versuchen das Bestmöglichste herauszuholen.  So kam es, dass wir einen Tag lang unseren Reiseführer aufs Gründlichste untersuchten und eine Liste von Sehenswürdigkeiten erstellten, die wir nicht verpassen wollen. Am Ende hatten wir eine ellenlange Liste, die wir auf keinen Fall in der übrigen Zeit hätten abklappern können, geschweige denn bezahlen können, daher nahmen wir auch hier eine weitere Eingrenzung vor. Unser Ergebnis schildern wir euch mit dem Verlauf der letzten Woche:

Montag:

Endlich erreichten wir die drittgrößte Stadt Australiens...allerdings hatten wir nur einen Tag Aufenthalt in Brisbane eingeplant, da wir am Ende unserer Reise eine Woche hier verbringen werden.  Wir beide haben uns jedoch auf Anhieb wohlgefühlt.  Diese Stadt versprüht einen besonderen Charme, die Menschen sind alle sehr gelassen und nicht so hektisch wie in Sydney. Darüber hinaus ist Brisbane sehr überschaulich, modern und sauber. Wir unternahmen hier eine kleine Stadttour auf eigene Faust und schmiedeten Pläne für unsere letzte Woche, die wir in Brisbane verbringen werden. Eins wollten wir uns aber nicht nehmen lassen und zwar fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, von dem man auf die ganze Stadt blicken konnte, einfach toll!

      Brisbane                                       

Dienstag:

Früh morgens fuhren wir nach Tin Can Bay, einem kleinen Küstenort, der jeden Morgen von 7.00 – 8.00 Touristen und auch Einheimische herlockt. Denn um diese Zeit suchen handzahme Delfine die Nähe zum Strand und zu den Menschen. Wir stackten also bis zu den Knien ins Meer und tatsächlich keinen Meter von uns entfernt waren vier Delfine, besonders niedlich war der zwei Jahre alte Babydelfin. Wenn man die Hand ins Wasser streckte und schüttelte, kam es vor, dass ein Delfin einem einen Handkuss gab.  Pünktlich um 8.00 Uhr durfte jeder Touristen einen Delfin mit einem Fisch füttern. Es war zwar eine kleine Überwindung den toten, klitschigen Fisch in die Hand zunehmen, aber wann  würde man sonst schon Mal einen echten Delfin aus dem Meer füttern?

Nachmittags fuhren wir zum Rainbow Beach und schauten uns dort bunte Felsen an, spazierten am Meer entlang und erklammen die höhste Düne der Welt. Von der einen Seite der Düne konnte man direkt aufs Meer Blicken und von der anderen Seite hatte man eine Aussicht auf die Stadt. Es war wirklich traumhaft schön und einfach unvergesslich. Genauso unvergesslich und zugleich unbegreiflich war der Besuch bei einem See, der eine teeähnliche Färbung aufwies.

                           

Mittwoch:

Eine neue Stadt galt es zu erkunden und so reisten wir noch überwältigt vom vorherigen Tag nach Bundaberg. Tagsüber passierte hier nichts Spektakuläres, aber der Abend wurde zu einem Highlight. Wir wurden Zeuge, wie kleine Babyschildkröten sich auf dem Weg ins Meer machten. Diese Tour war aufregend und entzückend. Viele kleine Schildkröten kämpften sich Richtung Meer und Anja durfte mit Hilfe ihrer hellen Taschenlampe den kleinen Tierchen den Weg weisen.

 

Donnerstag:

Langsam mussten wir mal mehr als nur 100km am Tag hinter uns lassen und so fuhren wir eine lange Strecke bis nach Rockhampton. Dort besuchten wir den Botanischen Garten mit integriertem Zoo und sahen endlich wieder Koalas, Wombats, Kängurus und co.

  

Freitag:

Eine weitere ausdauernde Autofahrt später erreichten wir Mackay, doch Anja bekam Halsschmerzen und Ohrenschmerzen, so dass wir eine Pause von den vielen Unternehmungen einlegen mussten und einen entspannten Tag im Park verbrachten.

Samstag:

Wir fuhren nach Airlie Beach, wo das Wasser wunderschön türkis glänzt und auf dem Rückweg, wollen wir hier erneut halten und einen Abstecher auf die WhiteSunday Island zu machen, die für ihre wunderschönen Strände Jahr für Jahr Preise gewinnt.

                        

Sonntag:

Dieses Mal machten wir eine typische Sonntagsaktivität, wir besuchten einen Flomarkt und schlenderten über eine Strandpromenade, aßen ein 4 Dollar teures Eis und picknickten im Park. Am Abend fuhren wir einen Berg, der sich mitten in der Stadt befand, hinauf, während uns Jogger umringten. Die Aussicht von oben war allerdings ein Traum.

                        

Soo, das war der Verlauf (kurz und knapp) von unserer letzten Woche. Wie ihr seht, haben wir tolle Momente erlebt, von denen wir einige niemals mehr vergessen werden. Wir machen uns auf die lezten Meter noch eine schöne Zeit und hoffen noch ganz viel Atemberaubendes zu sehen. 

Ostküste pur

Sonntag, 23.02.2014

Ostküste pur!

Seit einer Woche sind wir nun wieder auf dem Weg Richtung Norden. Die zwei Wochen auf dem „Bauernhof“ kommen uns mittlerweile schon wie eine verblassende Erinnerung vor. Auf der einen Seite sind wir froh diese Erfahrung mitgenommen zu haben, denn wann hat man schonmal die Gelegenheit ein Kälbchen mit der Flasche aufzuziehen oder Schafe von einer Wiese zur nächsten Wiese zu treiben. Auch wenn wir mit der veralteten Lebensweise und den rauen Sitten teilweise nicht zu recht kamen, halten wir es für eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen.

                                   

Derzeit befinden wir uns am östlichsten Punkt von Australien. Bayron Bay ist eine kleine Stadt, die gerne auf große Supermarktketten und Shopping Centre verzichtet und stolz darauf ist. Dieses kleine Städtchen hat eine sehr angenehme Atmosphäre und man fühlt sich wohl. Überall sind kleine Läden, teilweise etwas kitschig, aber liebevoll eingerichtet. Scharen von Backpackern verleihen dem Ort einen multikulturellen Touch. Ein besonders beliebter Ort für sämtliche Touristen ist der ansässige Leuchturm, von dem aus man einige kleinere Wanderungen unternehmen kann. Ein Weg voller Stufen, die mal bergauf und mal bergab führen. An dieser Stelle wollen wir bemerken, dass der Spruch: „Bergab gehts immer leichter als bergauf“, der vollen Wahrheit entspricht. Doch der schöne Ausblick war jede Treppenstufe wert!

                                    

                      

   

Auf unserer Route Richtung Norden haben wir viele Strände gesehen und unterschiedliche Menschen getroffen. Robert hatte leider auch eine eher unschöne Begegnung mit einem Hund gehabt. Der kleine Jack Russell Terrier wollte mit ihm spielen und biss dabei ausversehen in Roberts Fuß. Aber kein Grund zur Panik, Robert geht es gut und er hat nur einen kleinen Schock davon getragen.

   

                                    

Wir planen der Zeit unsere letzten Unternehmungen, da wir in einem Monat schon wieder abreisen. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Wir werden euch selbstverständlich über unsere nächsten Schritte auf dem Laufenden halten. Bis dahin senden wir euch sonnige Grüße aus dem fernen Australien und denken an euch, während wir die Seele an den Traumstränden von Australien baumeln lassen.

Farmer auf Zeit

Sonntag, 09.02.2014

Unser Experiment "Helpx" geht in die naechste Runde, dieses Mal hat es uns aufs Land verschlagen. Nach einer ellenlangen Fahrt mitten durchs Nichts gelangten wir in eine vertrocknete Einöde namens Armidale. Diese Stadt hat eigentlich den Ruf wunderschöne Wasserfaelle zu besitzen und eine gut laufende Agrawirtschaft, doch durch eine wochenlange Dürre ist von diesem kleinen Paradis nicht viel übrig geblieben.

                                             

Die Bauern haben aufgrund des Wassermangels Probleme ihre Tiere mit Nahrung zu versorgen und einige mussten ihr Land aufgeben und verkaufen. Unser Gastgeber hatte uns per Telefon gebeten ein bisschen Regen aus Deutschland mitzubringen und erst als wir seine Heimat erreichten, haben wir diese Aussage verstanden. Andrew ist Farmer aus Leidenschaft und besitzt neben 200 Schafen, auch noch einige Kühe, Hunde, Gaense und Hühner... mit anderen Worten, die naechsten Tage würden wir Farmer auf Zeit sein. Wir erledigten Dingen, die wir in Deutschland so wahrscheinlich nie ausgetestet hätten. Wir waren von morgens bis abends

          

beim Schafescheren dabei, haben gesehen wie ein Bock vom Farmer einfach vor unseren Augen kastriert wurde, waren bei einer Hahnschlachtung/Ausnehmung mit dabei (Das war zu viel für Anja und sie brach erst Mal in Traenen aus), zogen ein Kalb mit der Falsche auf, versorgten Gaense und Hühner, und vieles mehr. Das Leben aufm Land ist hart und man fühlt sich teilweise ein bisschen in eine andere Zeit versetzt. Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit und auch Andrew hilft, wo er nur kann. Sein Telefon steht nie still. Unter den Farmer herrscht ein guter Zusammenhalt und das ist einfach toll mitanzusehen, dass hier der Mensch wirklich zaehlt. Allerdings muss man auch sagen, dass teilweise noch stark das Rollendenken vorhanden ist. Die Frau ist für den Haushalt und die Kinder verantwortlich, waehrend der Mann (stark wie er ist) nur Maennersachen zu erledigen hat und das Geld nach Hause bringt. Anja hat daher hier schwer zu kaempfen und musste sich schon etlich "Witze" anhören, die einfach nicht lustig waren.

     

     

Doch mal abgesehen von dieser rückschrittlichen Denkweise haben wir hier unseren Spaß. Am Samstag besuchten wir eine Art Farmerkirmis und kamen uns vor wie im Film "Ein Schweinchen namens Babe". Dort gab es eine Ausstellung mit den besten eigenhergestellten Marmeladen, Gebaecken, Decken und gezüchteten Gemüse. Wir wurden Augenzeugen vom ersten Schweinerennen des Jahres und sahen zu wie Maenner Holzblöcke um die Wette zerkleinerten, Kinder und Erwachsene auf Rasenmaehern ihre Bahnen zogen, u.v.m..  Des Weiteren zeigte uns Andrew die tödlichste Spinne in Australien, deren Gift dich innerhalb von einer halben Stunde töten kann (ganz schön respekteinflössend). Wie ihr seht, haben wir viele neue Erfahrungen gesammelt und können stolz verkünden, dass wir mal Farmer auf Zeit waren.

        

Wir sind wieder online!

Mittwoch, 05.02.2014

Hallo ihr Lieben,

wir melden uns zurück mit einem neuen Bericht aus dem fernen Australien. Der Grund, weshalb wir uns erst jetzt melden, liegt nicht daran, dass wir schreibfaul waren, sondern schlicht und einfach am technischen Versagen unseres Laptops. 

Seit unserem letzten Bericht haben wir erneut eine kleine Achterbahnfahrt hinter uns. Doch erst Mal alles auf Anfang:

Wir genossen unsere letzte Nacht am Strand von Port Steffens, sahen wie die Sonne langsam am Horizont verschwand und Delfine dicht am Ufer ihre grazilen Schwimmkünste unter Beweis stellten. Diese Anblicke sind Momente, die man vermutlich nie mehr vergisst, da in ihnen einfach alles perfekt zu seinen scheint. Am naechsten Morgen sollte sich das Blatt leider wieder wenden. Voller Elan beschlossen wir unsere Zelte aufzubrechen und in das Arbeitsparadis fuer Fruitpicker, ins Huntersvalley, zu fahren. Das Huntersvalley ist bekannt fuer den Weinanbau und seine Minewerke und auch wenn Robert gerne in einer Mine herumgewerkelt haette, entschieden wir uns doch dafuer, dass wir uns besser auf die Arbeit mit Weintrauben spezialisieren sollten, da wir ja schliesslich gesund und munter wieder in Deutschland ankommen wollen. Waehrend der Fahrt sang Anja wie so oft jedes Lied mit und Robert wackelte froehlich mit seinem Koepfchen im Takt, als ploetzlich die Drehzahlanzeige des Auto drastisch herunterging und wir gezwungen waren links ranzufahren. Robert versuchte unser Fahrzeug wieder zum Laufen zu bringen, allerdings vergebens. So standen wir also der Sonne gnadenlos ausgeliefert bei 35 Grad am Strassenrand mitten im Nirgendwo. Nach einer ewigen Hin-und Hertelefonierei von ueber einer halben Stunde, entschied sich die Versicherung doch mal Jemanden vorbeizuschicken. Dieser Jemand half uns dann innerhalb von 5 Minuten weiter und erkannte sofort das Problem. Wir mussten in eine Werkstatt, da unser Gaskonverter den Geist aufgegeben hatte. Deprimiert checkten wir zunaechst in ein Motel um die Ecke ein und versuchten uns mit einer warmen Dusche und einer Jobsuche abzulenken. Doch leider stellte sich das mit der Arbeitssuche auch als Flopp heraus, da alle Farmer zur Zeit vollbesetzt waren. Nachdem das Auto zwei Tage spaeter wieder voll funktionstuechtig war und wir Richtung Coffs Harbour weiterreisen wollten, meinte auf einmal die Grafikkarte des Laptops auch streiken zu muessen. Das war wie im schlechten Traum, der nie ein Ende haben wollte. Doch wo Regen faellt, folgt oft auch Sonnenschein. In unserem Fall bot sich die Moeglichkeit in ein Workinghostel einzuchecken. Diese Hostels sind sehr begehrte Ziele von Backpackern, da sich hier oft Arbeitsmoeglichkeiten ergeben. Robert und Anja landeten dabei zunaechst auf einer Blaubeerenfarm, die sich als Ausbeuteunternehmen entpuppte. Unser zweiter Arbeitsplatz und wesentlich besser bezahlt, war auf einer Zuccinifarm. Diese Arbeit ist mehr als kraeftezehrend und wir hatten noch nie solche Rueckenschmerzen, wir koennen euch gar nicht sagen, wer von uns beiden mehr gejammert hat, dass er/sie alt werde. Auf der Arbeit lernten wir aber zwei nette Kanadierinnen kennen, durch die beiden wurde die Arbeiterei echt ertraeglicher. Auch unser Aufenthalt nach der Arbeit auf einen Campingplatz war toll, da wir dort die Möglichkeit bekamen eine Eule auf den Arm zu nehmen und zu füttern. 

Sonnenuntergangen Sonne einfangen

 

Wir zwei

 

Kleinchina Botanischer Garten

 

Eine Nacht mit Fledermaeusen Ausblick

 

Anja und die Eule

Momentan befinden wir uns auf einer waschechten kleinen Farm und wie das Leben als quasi Bauer auf Zeit ist, könnt ihr dann in unserem naechsten Bericht lesen. 

Eine tierische Woche

Dienstag, 14.01.2014

 So, es ist mittlerweile über eine Woche her, dass wir Sydney und unsere kleine süße Wohnung verlassen haben. In dieser Zeit ist viel passiert und wir haben unglaublich viel erlebt. Unser erstes Reiseziel waren die Blue Mountains, ein Wanderparadis mit kleinen und größeren Wasserfällen und Tropfsteinhöhlen. Die Landschaft ein Traum, so viel Grün gibt es vermutlich in Deutschland nicht mehr.  Und mitten in diesem Grün haben wir auch die Tage über gecampt bzw. im Auto übernachtet. Im eigenen Fahrzeug zu schlafen ist definitiv abenteuerlich, da man lernen muss mit dem Nötigsten auszukommen  und sich platztechnisch zu organisieren.  Bei dieser minimalistischen Lebensweise lernt man Dinge wie das Duschen unter einer warmen Dusche erst wirklich zu schätzen.  

     

                      

    

                    

Nachdem wir 3 Tage eine kleine Wanderung nach der nächsten unternommen hatten und einen ordentlichen Muskelkater gratis dazubekommen haben, dachten wir uns, dass es Zeit wird weiter zu reisen.  Gesagt getan und nach 3h Autofahrt waren wir in WoyWoy, eine Stadt, die den Titel trägt „Hier beginnt ihr Abenteuer“.  Dieser Name machte uns neugierig und so deckten wir uns in einer Information mit Materialien zu und wälzten eine Broschüre nach der nächsten durch.  Und wie es der Name versprach, wurden die nächsten Tage abenteuerlich.  Wir ruderten im Kanu über einen gigantischen See, streichelten Alligatoren, Schlangen, Wombats und Koalas, nahmen an einen Rundgang in einer Schnapsbrennerei teil, beobachten eine Pelikanfütterung, kurzum wir hatten eine gute Zeit mit vielen Vergnügungen.  Im Anschluss zog es uns dann noch weiter Richtung Meer und wir fanden einen meterlangen weißen Sandstrand mit Dünen und wir haben uns von anderen Backpackern  beim gemeinsamen Frühstück sagen lassen, dass dies der Drehort vom wohl legendären Film „ Lawrence von Arabien“ sei (Macht nichts, wenn euch das nichts sagt, wir gehören ebenfalls zu den Unwissenden). Das besondere an diesem Ort war auch, dass man hier Kamelreiten konnte. Dieses Erlebnis wollten wir uns nicht entgehen  lassen und so sattelten wir auf und unsere Kamelreise führte uns durch Dünen und am Meer vorbei. Roberts Kamel war ein bisschen mürrisch und während Anjas Kamel aufs Wort gehorchte, musste man Roberts Kamel teilweise ein bisschen zügeln. Es war auf jeden Fall ein schöner Tag und wir beschlossen einen weiteren Tag an diesem Strand zu verbringen. Wir bauten Sandburgen, ließen einen Drachen steigen und genossen ein Wellenbad mit anschließendem Sonnentrocknen. Genauso haben wir uns Australien vorgestellt und wir hoffen, dass wir noch viele solcher Tage erleben werden.  

     

     

     

     

                        

                                         

Happy New Year!

Mittwoch, 01.01.2014

Hallo ihr Lieben, vorab möchten wir euch ein wunderschönes, neues  Jahr wünschen und hoffen, dass ihr mindestens genauso gut reingerutscht seid wie wir.

Auf 2014, ein Jahr mit vielen Möglichkeiten!

 

Nach unserem kleinen, aber feien Weihnachtsfest hatten wir ein paar Tage Zeit, um die Umgebung in Sydney zu erkunden.  Wir mischten uns zunächst unter das Volk oder besser gesagt unter die Sydneysiders (So betiteln sich die Bewohner Sydneys, die nur Sydney als wahrhaftige Stadt ansehen und den Rest Australiens als Buschgebiet abstempeln.). Wir klapperten also eine Station nach der nächsten mit der Bahn ab und staunten anfangs über Kleinigkeiten wie richtungswechselnde Sitzplatzmöglichkeiten in der Bahn oder Fahrkartenautomaten, die die Größe eines Kleiderschrankes annehmen, doch mit der Zeit wurde das alles für uns zum Alltag. Wir unternahmen viele Stadtbummel und sahen auf diese Weise viele unterschiedliche Gebäudedenkmale, wie das Queen Victoria Building oder die berühmteste Kirche in Sydney.  Ein besonderes Highlight für uns und vermutlich auch alle anderen Touristen hier, stellte das Opernhaus da…einfach beeindrucken, wenn man genau davor steht. Aus diesem Grund hatten wir auch beschlossen, dass wir Silvester unbedingt mit Blick auf dieses einzigartige Kunstwerk verbringen wollten.

 

Gesagt getan, Silvester stand vor der Tür und wer einen guten Blick ergattern will, der muss früh los, da an Silvester hier ein Ausnahmezustand herrscht. Tausende von Menschen pilgerten durch die Stadt auf der Suche nach dem perfekten Aussichtspunkt…und wir mittendrin. Wir verließen schon mittags das Haus vollbepackt mit Essensvorräten, die wohl eine ganze Kleinfamilie satt bekommen hätten.  Doch wer 10h bis zum Punkt des Jahreswechsels überbrücken will, der benötigt Nervennahrung. Unser Weg zu einem Aussichtsort kennzeichnete sich durch Hitze und Menschen, die versuchten ihren Alkohol vorab zu köpfen, da dieser in den ausgeschilderten Bereichen nicht gestattet war.  Nach einer halben Ewigkeit und einer Wanderung im Kreis entschieden wir uns für den allerersten Platz und widmeten uns dort einer Taschenkontrolle, die wir fix absolvierten.  Nun kam der entspannte Teil des Tages, die Picknickdecken wurden ausgepackt und wir machten es uns mitten unter einer Brücke gemütlich.  Nach ein paar Spielchen und Gesprächen stellten wir fest, dass wir ringsum umzingelt von Menschen waren.  Im Park versammelten sich  jung, sowie auch alt. Ein buntes Publikum war vor Ort und die Atmosphäre war sehr gelassen und fröhlich.  Um 9Uhr wurde dann das erste Feuerwerk für die Kleinen unter uns gezündet. Kinder lachten und sprangen herum, das war ihr Moment und der wurde mit Wunderkerzen gefeiert. Nachdem das erste Feuerwerk vorbei war und die meisten Familien das Feld geräumt hatten, ging es darum die letzten Stunden bis zum großen Moment zu überbrücken. Wir fotografierten die bunten Beleuchtungen der Schiffe im Hafen und auch der Ausblick auf die Skyline war wahnsinnig schön.  Dann kurz vor 12 zählten wir gemeinsam herunter und schon kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus, überall färbte sich der dunkle Nachthimmel bunt und zauberte ein Lächeln in die Gesichter der Menschen.  Auch ohne Alkohol war die Stimmung sehr gut und man fühlte sich wohl und für uns wird dieses Silvester definitiv eine unvergessliche Erinnerung bleiben.  Allerdings war der Heimweg etwas beschwerlich, da 1000ende von Menschen zur gleichen Zeit versuchten sich den Weg zur Bahn zu bahnen. So brauchten wir für 300m mal eine glatte Stunde, aber hey, das war es wert.  

Happy New Year!Happy New Year!Die Oper

We wish you a merry Christmas

Mittwoch, 25.12.2013

Der Duft von frischgebackenen Keksen liegt in der Luft und läutet unsere Weihnachtszeit in Sydney ein. Weit weg von zuhause wollten wir uns trotzdem ein gemütliches Weihnachtsfest bereiten und das ist uns auch sehr gut gelungen:

Nachdem wir am 23.12. völlig erschöpft mittags unser neues Domizil im Herzen Sydneys bei 36°C erreichten (eine wunderschöne kleine Wohnung, die liebevoll eingerichtet ist), ging für uns zunächst der Weihnachtsstress los.  Wir hatten nicht viel Zeit und mussten die Weihnachtsvorbereitungen managen, d.h. Einkaufen einen Tag vor Weihnachten im Menschengewirr der Großstadt ohne großartige Orientierung, ein riesen Spaß. Wir hatten beschlossen, dass es am Heiligabend nachmittags Kaffee und Kuchen geben sollte, abends dann ein Festessen vom Feinsten und als Dessert Bratäpfel. Die Suche nach den Zutaten glich zunächst einem unlösbaren Labyrinth, doch nach gefühlt einer halben Ewigkeiten, waren alle 8. Tüten sorgfältig im geräumigen Kofferraum unseres Autos verstaut.

24.12., wie doch die Zeit vergeht, eben war noch der erste Advent und schon ist es Weihnachten. Wir machten uns  ans Werk, d.h. Robert backte fleißig Cookies und schwang bei Weihnachtsmusik das Tanzbein, während Anja bemüht war Krümmelmonstermuffins zu kreieren und jeden Text der Songs mit zuschmettern.  Als dann der erste Schritt unserer Liste abgearbeitet war und die süßen Naschereien hübsch drapiert auf einen Tisch gestellt worden, gingen wir zum nächsten Punkt über.

    Muffins  Cookies

Wie das so oft ist, hat man beim ersten Einkauf die Hälfte vergessen und muss daher noch auf den letzten Drücker zurück in die Schlacht im Supermarkt.  Wir fuhren in ein riesen Kaufhaus, wo wir die letzten Sachen besorgten. Während des Bummels durch den Supermarkt kam uns die Idee, dass wir jeder im Kaufhaus eine Kleinigkeit für den anderen kaufen könnten, damit man etwas zum Auspacken am Weihnachtsabend hat. So trennten sich erstmals unsere Wege und jeder war auf sich allein gestellt. Nach einer Stunde schlenderten wir zurück zum Wagen und durften dort unser Portmonee zücken (24 Dollar für eine Stunde parken, das wird uns eine Lehre sein!).  Zuhause angekommen brauchten wir zunächst eine kleine Pause und naschten von den Keksen, während wir uns den Weihnachtsklassiker „Kevin allein zuhause“ ansahen, wir hatten ganz vergessen wie witzig dieser Film doch ist.  Im Anschluss ging es dann ans Eingemachte, wir schnappten uns unseren Truthahn und bearbeiteten ihn genau nach den Anweisungen von Jamie Oliver, wie man auf den Bilder sieht, ist uns der Vogel recht gut gelungen und hat sogar vorzüglich geschmeckt. Wir fühlten uns nach dem Essen wie zwei Kugeln und hätten um die Wette rollen können, doch stattdessen entschieden wir uns dafür die Weihnachtsgeschenke unter unseren kleinen, aber feinen Weihnachtsbaum zu tauschen. Nachdem wir uns gegenseitig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatten, ließen wir den Abend bei Kerzenschein, einem Glas Wein und einem Weihnachtsfilm ausklingen.

       Bescherung

                                                             Yammi

Wir wünschen euch allen ein gesegnetes und erholsames Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr gemeinsam mit euch.

Weniger Beeren, mehr Spaß und eine lange Autofahrt

Samstag, 21.12.2013

 

 

So oder so ähnlich haben wir uns die nächsten Tage vorgestellt. Alle Sachen waren gepackt, das Auto startklar und das Wetter sonnig bei Temperaturen um die 30°C. Perfekte Voraussetzungen um Richtung „Great Ocean Road“ zu fahren und sich die Landschaft anzugucken. Je näher wir dem Meer kamen, umso mehr Wolken füllten den Himmel und die Temperaturen sanken bis auf kühle 15°C. Das sollte uns aber nicht abhalten unsere Reise fortzusetzen und die fabelhaften Ausblicke genießen zu können (denn davon gab es einige). Am Zielort (und Start der Great Ocean Road) angekommen suchten wir als erstes das Touristeninformationszentrum auf (welches es gefühlt in jedem Ort gab), um uns mit Broschüren einzudecken. Wir malten uns Pläne aus und dann war es soweit: Küste, Meer, ein atemberaubendes Gefühl!

                                       Torquay

Wir mussten einfach anhalten und die Meeresluft umgab uns im nu und der Wind wirbelte uns um die Ohren. Eigentlich wollten wir ein Foto von uns beiden machen, aber es war so windig, dass die Kamera immer wieder drohte von dem Holzsteg herunter zu fallen. Schade, aber da es noch so viel zu erleben gab, führten wir unser Abenteuer fort. Das hier Entfernungen anders sind, bekommt man immer wieder zu hören, allerdings ist es schon ein wenig skurril, wenn das Navi einem eine 100km-Route für ca. 2,5 Std auslegt, dann kommt man schon ins Grübeln. Zu späterer Stunde wurde es Zeit für uns eine Möglichkeit zum Übernachten im Auto zu suchen, da man in Australien nicht einfach so im Auto schlafen darf, muss man erst einen Platz finden, auf dem das ausdrücklich erlaubt ist. Glücklicherweise gibt es heutzutage für alles eine App, so auch eine für Campingplätze, Caravanaprks und u.a „Rest Areas“ (kurz, genau das was wir suchen). Angekommen in unserer „Rest Area“ oder besser einfach nur ein Platz ohne Bäume mitten im Wald, ohne Handyempfang und keine Toilette weit und breit, bauten wir unsere Ladefläche im Auto zu einem gemütlichen Schlafplatz um. Erstaunt stellten wir beide am nächsten Morgen fest, dass man doch relativ gut in einem Auto auf einer Luftmatratze schlafen kann. Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, ging unsere Reise weiter. Nach einigen Kilometern mehr auf dem Tacho hielten wir irgendwo im nirgendwo, um eine kleine Rast ein zu legen. Außer uns hatten diese Idee wohl noch einige weitere Menschen und dann wurde uns klar, dass wir mitten in einem beliebten Nationalpark waren durch den man einen kleinen Rundgang machen konnte.

     Regenwald  Great Ocean Road

Es waren angenehme 25°C und die Luftfeuchtigkeit war bei gefühlten 100% - kurz: Wir waren mitten in einem Regenwald (Natur pur also). Nach dem kurzen Rundgang fuhren wir weiter. Nun war es soweit, endlich sahen wir die langersehnten Koalas (!) entlang der Straße zur  „Cape Otway Lightstation“. Überall dort, wo viele Leute unkoordiniert und voller Freude über die Straßen liefen, mussten irgendwo Koalas in den Bäumen sein. Es schien so als wären alle Regeln der Verkehrsordnung außer Kraft und jeder parkte wo er wollte (so auch wir J ). Nachdem Anja dann unzählige Fotos von den Koalas gemacht hatte, fuhren wir weiter Richtung Warrnambool wo sich unser nächster Schlafplatz befinden sollte. Ein großes, gut gepflegtes Gelände an einem See mit einem Vereinshaus und wir … ganz allein für uns.

    Koala  Koala

                      12 Apostel  Riesiges Schaf

Himbeeren über Himbeeren

Mittwoch, 18.12.2013

 

 

Wir befinden uns mittlerweile auf der Zielgeraden in Sachen Fruitpicking und wir sind sooo unglaublich froh und erleichtert, wenn wir unseren Job beenden können. Diese Arbeit lässt einen abstumpfen, irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäumen  (in unserem Fall vor lauter Himbeeren) nicht mehr.  Selbst abends, wenn es Zeit zum schlafen ist, verfolgen einen die Beeren bis in die Träume. Allerdings ist das Arbeitsklima nach wie vor echt klasse und die Mitarbeiter sind bemüht uns alle so gut es geht bei Laune zu halten.  So gibt es ab und an mal ein kleines Schokolädchen hier, ein Sub da und meistens zum Abschluss ein kühles Bier.

    Anja bei der Arbeit  Das Team

 Da wir die meiste Zeit gearbeitet haben, haben wir nicht soo viel gesehen und erlebt wie sonst, aber ein bisschen haben wir doch zu berichten:

An unseren erntefreien Tagen haben wir fluchtartig den Karavanpark verlassen, um mal etwas anderes zu sehen und einfach mal raus zu kommen. Wir sind zum einen in ein Naturschutzgebiet gefahren, in dem riesige Eukalyptusbäume wachsen, da kamen wir uns vor wie Zwerge…ein sehr befremdliches Gefühl. Außerdem sind wir eine Straße entlang gefahren, die laut Reiseführer zu den schönsten Straßen Victorias zählen soll. Auf dieser Route kamen wir uns ein wenig wie im Urwald vor, überall riesige Bäume, Fahne und alles dicht bewachsen. Uns sind währenddessen zahlreiche Kängurus über den Weg gehoppelt. Auch wenn die Australier  Kängurus zu den Plagegeistern zählen, so werden wir uns immer wieder sehr über den Anblick der majestätischen Tiere erfreuen.  Die Tiervielfalt ist echt atemberaubend  und am meisten hat sich Anja über das Erblickens ihres ersten freilebenden Wombats gefreut, welches im ersten Augenblick wie ein kleiner, kuschliger Bär aussah.

    Natur pur  See 

    Seerosen  Robert ganz klein

 Ok, das waren jetzt die Highlights der letzten zwei Wochen. Wir genießen ansonsten nach unserem Feierabend das schöne Wetter und tanken ein bisschen Sonne.

     Entspannung  Ein Sonnenblumencupcake =)

                                         Like ice in the sunshine

Robert möchte noch unbedingt hinzufügen: Seit heute besteht erhöhte Waldbrandgefahr und die ersten Evakuierungsübungen wurden schon durchgeführt, trotzdem gibt es keinen Grund besorgt zu sein. Wir verlassen bereits am Freitag schon dieses Gebiet.

Wir senden euch sonnige Grüße und hoffen, dass ihr alle wohlauf seid.

 

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